Die resonanzorientierte Didaktik und das neue Schuljahr 2026/27

Bericht, 8. September 2026


Perspektiven für Lehrkräfte aus dem Deutschen Schulbarometer.

Dieser Tage beginnt in vielen deutschen Bundesländern das neue Schuljahr und ist gewiss für alle Beteiligten der Schulfamilien mit Erwartungen, Wünschen und Zielvorstellungen verbunden. Grund genug, einen kurzen Blick auf das Ende Juni erschienene Deutsche Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung zu werfen und zu überlegen, welche Perspektiven eine resonanzorientierte Didaktik auf die Ergebnisse eröffnet.

Ein erster Überblick zeigt, dass fast die Hälfte (46%) der 1547 befragten Lehrpersonen (vgl. Robert-Bosch-Stiftung 2026, S.7;9;16) als zunehmend größte Herausforderung in ihrem Beruf das Verhalten der Schüler:innen sieht, was sich im resonanzdidaktischen Sinne als Tendenz zur Entfremdung zwischen Lehrenden und Lernenden deuten lässt (vgl. Rosa 2016, S. 409). Kongruent mit diesem Ergebnis erscheint daher der Wunsch von 35% der Befragten nach Fortbildungsangeboten zum „Umgang mit beruflichen Belastungen” (ebd., S. 69) sowie von 25% zum „Verhalten von Schüler:innen und Klassenführung” (ebd.). Trotzdem – und das vermerkt das Schulbarometer explizit positiv (vgl. Robert-Bosch-Stiftung 2026a) – gibt der größte Teil der Lehrkräfte an, gerne an der eigenen Schule zu unterrichten und mit der eigenen Arbeit zufrieden zu sein (vgl. Robert-Bosch-Stiftung 2026, S. 55f.).

Damit Entfremdungstendenzen zwischen Lehrenden und Lernenden, Lehrenden und dem Lehren sowie Lernenden untereinander begegnet werden kann, sind Lehrkräften Konzepte, Methoden und Prinzipien an die Hand zu geben, die den geschilderten Bedarfen begegnen. Eine resonanzorientierte Didaktik mit ihrem Fokus auf sozial-emotionale Interaktionen und transformative Beziehungen zwischen allen am Unterricht Beteiligten vermag hierfür Perspektiven zu eröffnen: Die Ergebnisse der Robert-Bosch-Stiftung deuten nämlich darauf hin, dass auf der einen Seite kooperative Beziehungen im Sozialraum Schule den größten Schutzfaktor für das Wohlbefinden von Lehrkräften darstellen (vgl. ebd., S. 64-66), während auf der anderen Seite die Vermittlung sozialer und gesellschaftlich-demokratischer Kompetenzen wiederum auch einen maßgeblichen Zielfokus ihrer pädagogischen Tätigkeit darstellt (vgl. ebd., S. 73).

Die Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen des ResoLut-Projekts adressieren diese reziproken Bedarfe, indem entsprechende Fort- und Weiterbildungsangebote zu einer resonanzorientierten Didaktik konzipiert und gestaltet werden – im neuen Schuljahr, welches auch den Beginn einer neuen Projektphase markiert umso mehr! Über all unsere Formate informieren wir regelmäßig hier auf unserer Projektwebseite.

Literatur:

  • Robert Bosch Stiftung (2026): Deutsches Schulbarometer 2026: Befragung Lehrkräfte. Ergebnisse zur aktuellen Lage an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung.
  • Robert-Bosch-Stiftung (2026a): Deutsches Schulbarometer. Das Verhalten ihrer Schüler:innen fordert Lehrkräfte zunehmend heraus. Online: https://www.bosch-stiftung.de/de/storys/das-verhalten-ihrer-schuelerinnen-fordert-lehrkraefte-zunehmend-heraus (zuletzt abgerufen am 24.06.26)
  • Rosa, Hartmut (2016): Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin: Suhrkamp.

Aktualisiert am 8. September 2026 von Christoph Schneider