Promotionen in der Geragogik

Bericht, 12. Mai 2026


Im März 2026 wurden an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zwei Promotionen im Fach Erziehungswissenschaften mit geragogischen Schwerpunkten erfolgreich abgeschlossen.

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Beide Kandidatinnen hatten vor ihren etwa dreijährigen Dissertationsprojekten den berufsbegleitenden Masterstudiengang Geragogik absolviert.

Dr. Monika Mathias setzt sich in ihrer Dissertationsschrift mit dem Titel "Der Wert des späten Lernens" mit der Bewältigung des Älterwerdens auseinander. Die Arbeit stellt anhand einer eigenen empirischen Erhebung heraus, dass Bildung im Alter als fester Bestandteil in unserer Gesellschaft anerkannt werden sollte, um gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität für ältere Menschen zu sichern. Die Dissertation soll Anstoß für ein selbstbestimmtes, waches, von Bildung und Lernen bis ins hohe Alter getragenes Leben sein und damit zu den Grundproblematiken unserer Zeit, nämlich Einsamkeit, sozialer Isolation, Perspektivlosigkeit und seelischer Erkrankung im Prozess des Älterwerdens informieren.  

Dr. Doris Maria Wartmann befasst sich in ihrer Dissertationsschrift zu "Geragogik und Demenz" mit Aspekten der Vitalisierung und Motivierung durch individuelle Betreuung bei dementen Personen. Ein neu entwickelter Bildertest soll helfen, den dementen Personen vitalisierende Impulse im Pflegealltag zu geben. Als theoretischer Hintergrund zur Identifikation des Testverfahrens werden Chancen sowie Grenzen der Übertragbarkeit von Methoden aus der Betreuung und Förderung von Kindern auf die Geragogik diskutiert. Im Speziellen wird eine Parallele zwischen der Kindheitspädagogik nach Janusz Korczak und der Geragogik gezogen. Der einsetzbare Test dient zur standardisierten Identifikation von Motivatoren und kann als Teil eines strukturierten Interviews verwendet werden, in dem noch individuelle biografische Marker festgestellt werden können. Das Verfahren ist effizient durchführbar, nimmt im Pflegealltag wenig Zeit in Anspruch und ermöglicht Individualisierung und Förderung der Kreativität bei geringen Kosten.

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Aktualisiert am 12. Mai 2026 von Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung